StartPraktische Politikarbeit kennenlernen: Student Mark Friedrich absolvierte Praxisphase bei Landtags...

Praktische Politikarbeit kennenlernen: Student Mark Friedrich absolvierte Praxisphase bei Landtagsabgeordneten

Praktikant Mark Friedrich

Daniela Behrens (rechts) mit Politikstudent Mark Friedrich.

14. September 2010 0 Kommentare

„Im Studium sind die Inhalte hauptsächlich theoretisch. Die praktische Politikarbeit kann man darum am besten direkt vor Ort kennenlernen“, so die Motivation des Studenten Mark Friedrich zu seinem Praktikum bei der SPD- Landtagsabgeordneten Daniela Behrens. Insgesamt acht Wochen verbrachte der 23-jährige bei der Politikerin. Die Praxisphase gehört zum Studium, das der Loxstedter an der Universität Osnabrück absolviert.

„Politikwissenschaft ist ein sehr großes Feld. Das Studium bietet vielfältige Möglichkeiten und deckt alle Bereiche der klassischen Politikwissenschaft ab. Es fehlt aber an praktischen und aktuellen Themen“, so Friedrich. „Ich halte es für wichtig auch zu erfahren, wie Politik vor Ort gemacht wird. Entschieden habe ich mich für Daniela Behrens, da ich aus ihrem Wahlkreis stamme und über die lokalen Themen informiert bin. Und natürlich spielte für mich auch die politische Partei eine wichtige Rolle.“

„Nach meinem Abitur und auch während des Zivildienstes wusste ich noch gar nicht, welchen Studiengang ich wählen wollte“, berichtet der Student. „Ich hatte aber in der Schule schon einen Politik-Leistungskurs und war an politischen Themen und Prozessen interessiert. Darum fiel meine Wahl dann auch auf Politikwissenschaft. Osnabrück als Studienort kam eher durch Zufall. Ich habe mich wie viele Studenten einfach an vielen Unis beworben und dann das Beste genommen. Und Osnabrück ist einfach auch eine sehr schöne Stadt mit einer guten Universität.“


Über die Inhalte seines Studiums wusste Friedrich am Anfang kaum etwas. „Ich bin ziemlich ahnungslos in die ersten Vorlesungen gegangen. Aber es war dann recht schnell klar, was mich im Studium erwartet.“ Die ersten Semester beschäftigten sich hauptsächlich mit den Grundlagen und aktuelle Themen bleiben laut Friedrich am Anfang des Studiums etwas auf der Strecke. „Ich kann mir vorstellen, dass das viele Studieninteressierte abschreckt. Aber diese Grundlagen sind einfach wichtig. Und sie helfen auch aktuelle Probleme besser zu verstehen und lösen zu können. Und am Ende des Studiums gibt es dann auch genügend aktuelle Themen“. So belegte der Praktikant Seminare über Piraterie oder Internetsicherheit.
Über eine berufliche Perspektive macht sich der Student keine Sorgen. „Klar erscheint jedes halbe Jahr eine neue Studie, wie schlimm es doch um Geisteswissenschaftler steht. Aber davon sollte man sich nicht von seinem Studium abhalten lassen. Die Möglichkeiten nach dem Studium sind einfach riesig.“ Besonders schätzt Friedrich, dass die wissenschaftliche Ausbildung einen großen Anteil an seinem Studium hatte. „Ich habe wirklich Dinge gelernt, die absolut notwendig sind, um im Berufsleben erfolg zu haben, in anderen Studiengängen aber einfach kein Thema sind. Für mich ist es selbstverständlich geworden, komplizierte Text schnell zusammenzufassen und diese angemessen und für jede verständlich zu präsentieren.“
Vielfältig waren die Aufgaben während des Praktikums. „Die ersten Wochen verbrachte ich im Wahlkreisbüro und erledigte typische Schreibtischarbeit. Diese war spannend und abwechslungsreich“, berichtet Friedrich. Die Bandbreite reichte vom Recherchieren für Podiumsdiskussionen, Planungen von Terminen bis zum Verfassen von Anfragen an die Landesregierung. „Es ist wirklich überraschend, wie viel es zu tun gibt. Nicht nur, dass sich Daniela Behrens mit ihren Fachgebieten Kultur- und Medienpolitik beschäftigt, es gibt auch unzählige lokale Anfragen und Wünsche aus der Bevölkerung und einen Kalender, der von Morgens bis Abends gut gefüllt ist.“
Besondere Aufgaben waren für den Praktikanten das Verfassen einer Anfrage an die Landesregierung und der Fall eines behinderten Jungen. „Die Anfrage dreht sich um den zunehmenden Lastwagenverkehr auf der alten B6“, erklärt Friedrich. „Die Anwohner klagen über den Lärm und die Gefahren durch zu schnelles Fahren. Und die Landesregierung soll nun erklären, wie sie die Anwohner besser schützen und die LKW wieder auf die Autobahn zwischen Bremen und Bremerhaven bringen will.“ Auch im Fall des behinderten Jungen setze sich der Praktikant ein. „Es ist natürlich nicht immer leicht, den Betroffenen zu helfen. Besonders, weil die Gesetzeslage nicht immer eindeutig ist. Aber dann muss man sich durch die Paragraphen quälen“, berichtet der Praktikant. So sei es wichtig, zumindest eine erneute Prüfung des Falles zu erreichen. „Man hat leider nicht immer Erfolg, aber Aufgabe von Politikern ist es, zu versuchen für jeden Betroffenen das Beste herauszuholen.“
Auch das Planen von Terminen fiel in den Aufgabenbereich des Praktikanten. „Abgeordnete haben meistens einfach zu viel um die Ohren, um sich für jeden Termin selbst vorzubereiten.“ So war es die auch Aufgabe von Friedrich, Daniela Behrens auf Podiumsdiskussionen vorzubereiten. „Fakten zu recherchieren und diese zusammenfassen war dabei wichtig.“
Friedrich begleitete die Abgeordnete auch auf viele Termine in ihrem Wahlkreis. „Daniela Behrens hat mir die Möglichkeit gegeben, sie auf alle Termine zu begleiten. Auch hier habe ich gesehen, wie vielseitig die Arbeit einer Abgeordneten ist. Die Termine unterscheiden sich wirklich sehr und reichen von der Besichtigung einer Biogasanlage bis zu Diskussionen über Gesundheitspolitik.“
„Ein Highlight waren natürlich die beiden Sitzungswochen im Landtag“, so Friedrich. „Die Debatten waren viel durch den Fall Grotelüschen und das neue Energiekonzept der Bundesregierung geprägt. Solch hitzige Debatten sind besonders spannend. Allerdings haben auch die weniger emotionalen Debatten ihren Charme. Hier kann man besonders gut die Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien erkennen“, berichtet der Student. Auch von den Ausschuss- und Fraktionssitzungen zeigte sich der Praktikant angetan: „Dort erfährt man aus erster Hand, wie Gesetze entstehen und Politik gemacht wird. Und hier herrscht ein anderer Ton als im Parlament. Das Verhältnis zwischen den Abgeordneten ist oft kollegial und sachlich. Auch über Parteigrenzen hinaus.“ Hautnah erlebte der Praktikant Gesetzesberatungen zum neuen niedersächsisches Mediengesetz mit. „Betroffene des Gesetzes durften im Ausschuss ihre Meinung zum neuen Gesetz abgeben und Verbesserungswünsche formulieren. Dort wurde sichtbar, dass die verschiedenen Gruppen wie Gewerkschaften oder Unternehmensverbände sehr unterschiedliche Vorstellungen haben.“

Das typische Bild eines Politikers kann der Student nun auf keine Fälle mehr nachvollziehen. „Die Abgeordneten haben wirklich einen harten Job. Sie fahren auch am Wochenende von Termin zu Termin und setzen sich für die Belange der Bürger ein.“

Insgesamt zeigte sich der Student von seinem Praktikum begeistert. „Die acht Wochen haben mir wirklich viel Spaß gemacht und ich habe viele Einblicke bekommen, die sonst kaum möglich sind. Zudem habe ich viel über die Arbeit eines Abgeordneten gelernt und einen umfangreichen Einblick in politische Prozesse bekommen“, so das Fazit des Praktikanten.



    Niedersachsen

 

Kommentar schreiben

(Trackback)

Name

E-Mail

KommentarNetiquette

Spamschutz Senden


 

 
Inhaltsübersicht Kontakt Barrierefreiheit Impressum Datenschutz Newsletter