23. Januar 2012
3 Kommentare
Im Land Bremen wird die Einführung einer so genannten Aufwandsteuer für den privaten Waffenbesitz in Erwägung gezogen. Schützen sollen für ihre privaten Waffen eine Abgabe leisten. Diese Debatte regt auch die Schützenvereine im Bremer und Bremerhavener Umland auf. So fragte der Schützenkreis Wesermünde-Süd, wie die Landtagsabgeordneten der Region zur Waffensteuer stehen. Daniela Behrens machte für die SPD klar: "In der niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion gibt es keine Debatte zum Thema."
Der Schützenkreis Wesermünde-Süd e.V. hat um die Beantwortung von folgenden drei Fragen gebeten. Landtagsabgeordnete Daniela Behrens bezog Position.
1. Wie steht die Niedersächsische SPD-Landtagsfraktion zu der in Bremen geplanten Waffensteuer?
In der Drucksache 18/206 der Bremischen Bürgerschaft fordern die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen u.a. die Einführung einer so genannten Aufwandsteuer für den privaten Waffenbesitz. Die SPD-Landtagsfraktion im niedersächsischen Landtag hat sich bisher mit der Einführung einer solchen Steuer nicht beschäftigt. Es gibt in der Fraktion keinerlei Debatten zu dem Thema.
Der Niedersächsische Landtag und damit auch die SPD-Landtagsfraktion hat sich das letzte Mal im Jahr 2009 mit dem Waffenrecht beschäftigt. Damals ging es um eine Verschärfung des Waffenrechts nach dem Amoklauf in Winnenden.
Die Einführung einer solchen neuen Steuer müsste auf der Grundlage eines Gesetzes vorgenommen werden. Hierzu wäre ein Gesetzgebungsverfahren notwendig. In einem solchen Verfahren müssten auch alle betroffenen Gruppen und Verbände zu Wort kommen. So würden z.B. auch der Niedersächsische Sportschützen-verband und der Nordwestdeutsche Schützenbund um Stellungnahmen aufgefordert.
2. Wie stehen Sie persönlich zur Einführung einer Waffensteuer?
Ich schätze die ehrenamtliche Arbeit für Sport, Tradition und Jugend, die die Schützenvereine in Niedersachsen leisten. Ich weiß, wie viele Frauen und Männer in den Schützenvereinen aktiv sind. Bei uns „auf dem Lande“ sind sie ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Die Einführung einer Waffensteuer hat für mich keine Priorität. Vor dem Hintergrund der Amokläufe von Erfurt und Winnenden wurde das Waffengesetz wiederholt verschärft. Die bestehenden Waffengesetze in Deutschland sind streng und ausreichend. Die Auflagen hoch. Schießsport in den Vereinen sollte nicht weiter erschwert werden. Dafür besteht kein Grund.
3. Kann sich die Niedersächsische SPD-Landtagsfraktion nach einem Wahlsieg bei den Landtagswahlen 2013 die Einführung einer Waffensteuer in Niedersachsen vorstellen?
Die Landtagswahl ist im Januar 2013. In den nächsten Wochen und Monaten wird das Regierungsprogramm der SPD erarbeitet. In diesem Regierungsprogramm werden die Ziele, Vorhaben und Projekte, die die SPD in Niedersachsen erreichen und umsetzen will, beschrieben. Dazu hat die SPD so genannte Foren eingesetzt, in denen die verschiedenen Politikfelder und Lebensbereiche im Dialog mit vielen Aktiven und Engagierten diskutiert werden. Die Frage der Förderung des Ehrenamts, des Sports und der Schützen wird in den Foren „Sportpolitik“ sowie „Neue Gesellschaft“ behandelt. Die Themen „Waffenrecht“ oder „Waffenbesitzsteuer“ spielen dabei überhaupt keine Rolle. Das Regierungsprogramm der SPD-Niedersachsen wird vor der Wahl allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern bekannt gegeben. Dann kann sich jeder darüber ein Urteil bilden. Die Aufnahme der Forderung nach einer Waffensteuer halte ich für unwahrscheinlich.
Innen- und Rechtspolitik Kommunalpolitik Niedersachsen Steuern und Finanzen
3 Kommentare zu Diskussion um Waffensteuer im Land Bremen / In Niedersachsen gibt es keine Debatte
Daniela Behrens MdL
1
am 06. Februar 2012 um 20:26 Uhr
Sehr geehrter Herr Steinmann.
Wenn man meine Antworten auf die Fragen des Schützenkreises Wesermünde-Süd in Gänze durchliest, dann kann man meine klare Position ersehen. Ich wiederhole diese gern: Es gibt keine Debatte in der SPD in Niedersachsen – weder in der Landtagsfraktion noch in der Partei – über die Einführung einer Waffensteuer. Dieses Thema spielt keine Rolle. Es gibt keine Forderung nach einer solchen Waffensteuer. Und ich bin mir sicher, dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
Mit freundlichem Gruß
Daniela Behrens MdL
Stefan Steinmann
2
am 02. Februar 2012 um 17:03 Uhr
Liebe Frau Behrens,
wenn ich mir Ihre Antworten genau durchlese, kann ich leider keine eindeutige Aussage für oder gegen eine Waffensteuer erkennen:
"Die SPD-Landtagsfraktion im niedersächsischen Landtag hat sich bisher mit der Einführung einer solchen Steuer nicht beschäftigt. Es gibt in der Fraktion keinerlei Debatten zu dem Thema."
"Die Einführung einer Waffensteuer hat für mich keine Priorität."
"Die Aufnahme der Forderung nach einer Waffensteuer halte ich für unwahrscheinlich."
Bei mir erweckt das den Eindruck, dass die niedersächsische SPD sich alles offen hält..
Die Bremer SPD würde mit der Waffensteuer den Schützensport in Bremen abschaffen. Mit diesen Forderungen wird auch die SPD bundesweit Wähler verlieren. Die Schützen und Jäger in Deutschland sind außerordentlich verärgert. Sie sind gut organisiert und werden alles tun um weitere unsinnige Verschärfungen zu verhindern.
Viele Grüße
Stefan Steinmann
Walter Rummel
3
am 31. Januar 2012 um 08:01 Uhr
Sehr geehrte Frau Behrens, sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Aussage schätze ich sehr hoch ein und danke Ihnen für Ihre klare Darstellung. Insofern möchte ich Sie bitten, Herrn Tschöpe in Bremen Ihre Darstellung näher zu bringen. Auch in anderen Bundesländern ist seitens der SPD eine ablehnende Haltung zum Thema Waffensteuer zu verzeichnen. Ich bedanke mich sehr herzlich und verbleibe mit freundlichen Grüßen Walter Rummel, Frankfurt am Main (1. Frankfurter Pistolenklub - Mitglied im Hessischen Schützenverband und im Deutschen Schützenbund)
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